Ich würde gerne behaupten, dass mir derzeit alles gleichgültig ist. Doch ist auch dieser Begriff vorbelastet. Man glaubt dann, dass ich willkürlich Dinge tue, dass ich nicht auf meine Ernährung achte, dass ich wahllos mein Geld ausgebe.
Und es könnte mich durchaus aufregen, wenn ich daran denke, wie wenig Zeit ich jeden Tag nach der Arbeit habe, wie viel Zeit für einen Arbeitstag drauf geht, und wie wenig Lust ich danach habe irgendetwas zu tun. Das alles stimmt und es stimmt mich nachdenklich.
Es ändern zu wollen macht das, was deprimiert macht. Es ist nicht die Tatsache, dass etwas so ist wie es ist, sondern, der Versuch, diese Dinge ändern zu wollen. Man versucht dann — und das ist wirklich ganz schlecht — immer mehr und mehr Geld zu verdienen, weil man glaubt, dass man sich irgendwann „mehr Freizeit“ kaufen kann.
Doch das ist nicht der Fall. Tatsächlich habe ich mehr als genug Geld, doch es verändert mein Leben nicht grundlegend. Ich tätige keine größeren Ausgaben, die ich mir sons nicht hätte leisten können. Es stimmt, dass Geld den Stress nimmt, aber auch nicht unmittelbar.
> Muss man immer Geld ausgeben?
Alles passiert nicht unmittelbar, doch es hat alles irgendwie einen Einfluss.
Ich will nicht sagen, dass einem alles egal ist. Nicht egal, aber auch nicht stressen.
Man kümmert sich darum.
Man tut, was man kann, ohne sich zu stressen.
Und man nimmt sich emotional aus dem Ergebnis raus.
Und auch, wenn man nicht das tun kann, was man tun wollte, dann nimmt man sich trotzdem raus. Ma hat getan, was man kann. Für manche bedeutet das, eine Seite des Buches zu lesen; für andere, einen Liegestütz.
Den Druck herausnehmen, etwas erreichen zu wollen.
Gleichzeitig muss man nicht zwangsweise die Dinge tun, die es schlechter machen. Beispiel: Ich will nicht fett werden aber ich muss auch nicht unbedingt abnehmen. Ja ich werde gesund essen, wenn es mir die Möglichkeit erlaubt, aber werde mich nicht stressen, wenn das nicht möglich ist. Doch wie auch immer es ist: Ich werde jedenfalls nicht um Mitternacht einen Burger essen, denn das ist niemals notwendig.