Alles ist Arbeit

Das Problem?

Das erste Buch ist noch ein interessantes Projekt. Man muss herausfinden wie es geht. Das zweite ist leichter. Beim zehnten ist es nur noch mechanisch. Man wiederholt es immer und immer wieder.

Die ersten Karten eines Kartenspiels sind eine Herausforderung. Das Design, die Regeln, das Zusammenspiel. Doch 55 Karten auf diesem Weg zu designen um ein vollständiges Deck zu erhalten ist repetitiv.

Dann geht es nicht mehr darum, herauszufinden wie es funktioniert — doch das ist eigentlich das Spannende — sondern nur darum, es zu tun. Ich würde meinen, dass dies in vielen Fällen der Fall ist. So wird schließlich jedes kreative Hobby irgendwann Arbeit.

In solchen Zeiten ist es wichtig, nicht aufzugeben. Denn wenn man dieses Hindernis nicht überwindet, wird man nicht abschließen. 

Was tun?

Doch nicht jede Phase ohne Freude sollte einfach „überwunden“ werden. Manchmal ist sie ein Signal, dass das Motivationssystem neu kalibriert werden muss. Man hält länger durch, wenn eine Tätigkeit mit Sinn oder Engagement verbunden ist — nicht nur mit kurzfristiger Freude.

Nicht einfach „nicht aufgeben“. Stattdessen:

  1. Analyse: Welche Motivation ist weggefallen — Neugier, Wachstum oder Sinn?
  2. Intervention: Arbeit so verändern, dass wieder Kompetenz oder Autonomie entsteht.
  3. Erst dann: Durchhalten.

Durchhalten ohne strukturelle Änderung ist psychologisch ineffizient.