Vom Sozialen Netzwerk zu Social Media

Einleitung

Wann war eigentlich der Sprung von einer Freunde-App zu einer Werbeplattform? Seit wann haben wir es Unternehmen erlaubt, dass sie in unser Privatleben Einzug nehmen? Wenn ich eigentlich Neuigkeiten von meinen Freunden erfahren will, warum muss ich dann dazwischen Werbungen ansehen?

Es hat sich verändert

Wir tauschen uns nicht mehr aus; wir konsumieren. Und irgendwie haben es Unternehmen geschafft sich dazwischen einzuschleichen. Sie sind nun ĂĽberall, posten ihre Produkte, wo ich doch eigentlich nur sehen wollte, was meine Freunde neues tun.

Privatsphäre

Wenn ich früher Freunde zu mir nach Hause einlade und ihnen Fotos von meinem Urlaub gezeigt habe, dann war das etwas anderes, als wenn ich Bilder auf facebook poste. Online sieht jeder alles. Klar kann man die Personen auch später einschränken, doch wer hat Zeit für aktives Rollen-Management?

Jetzt liest auf jeden Fall einer immer mit und das ist das Social Media Unternehmen.

Jeder wird zur Marke

Viele Leute sind auf Social Media, weil sie Geld verdienen wollen. Nicht, weil es ihnen wichtig ist. Sie versuchen sich im möglichst besten Licht darzustellen, denn es könnte ja jemand sehen, was man macht, und diese Person könnte Einfluss auf unsere Karriere haben.

…und damit selbst Produkt

Facebook liest mit. Wir lesen nicht nur die Daten von unseren Freunden oder liken die Beiträge der Unternehmen. Facebook wertet unser Verhalten aus und speichert diese Daten. Wir bekommen aktiv die „richtige“ Werbung gezeigt. Wir werden ein Produkt, das sich aus den Produkten konstituiert, die wir konsumieren.

„Everywhere it is machines—real ones, not figurative ones: machines driving other machines, machines being driven by other machines, with all the necessary couplings and connections.“

Gilles Deleuze and FĂ©lix Guattari, Anti-Oedipus

Die Lösung?

Wir wollen uns mit Freunden verbinden und wir wollen interessante Inhalte ohne Werbung sehen. Die erste und einfachste Lösung ist es, sich mit Messenger Apps wie Signal oder Telegram untereinander zu verbinden.

Die Inhalte, die man „konsumieren“ möchte, sollte jeder (andere) auf seinem eigenen Blog teilen, damit sie von Freunden gesehen werden können. Man kann diese öffentlich oder mit Passwort eingeschränkt teilen. Beides wäre eine Option.

Doch in jedem Fall würde die Werbung wegfallen. Da sich aber nicht jeder die Zeit nehmen würde, auf jeden Blog einzeln zu schauen, gibt es sogenannte RSS reader. Diese News-Aggregatoren können die rss feeds von verschiedenen Blogs auslesen (fetch) und sie dann gesamt in einer App anzeigen (feedly oder newsify).

Mach also folgendes:

Starte einen Blog:

  1. Besorge dir deine eigene Domain auf Godaddy.
  2. Nimm dir ein Hosting von Hostinger.
  3. Installiere WordPress
  4. Starte einen Blog

Danach…

  1. Installiere einen RSS reader (feedly, newsify, …)
  2. FĂĽge deinedomain.com/blog/feed hinzu
  3. Mach das fĂĽr jeden deiner Freunde
  4. Ihr könnt nun alle Inhalte sehen, die ihr gegenseitig auf eurem Blog teilt

Was ist der Vorteil? 

Man kann sich dadurch genau auswählen, was man sehen will. Man muss sich keine Werbungen ansehen. Man kann genau den Inhalten folgen, die einem wichtig sind. Außerdem sieht man nicht, wie viele „Freunde“ oder „Fans“ du hast und es entsteht kein Gefühl eines Wettbewerbs. Dieser Blog ist auf deiner eigenen Seite. du hast die volle Kontrolle. Keine Zensur.