The Comprehension Approach

Einleitung: Fremdsprachen lernen

Lernen von Fremdsprachen ist für viele eine Herausforderung; sie sehen es als einen Aufwand, den sie tun müssen, damit sie irgendwann diese Sprache sprechen können. Das lernen interessiert sie nicht wirklich, sondern nur das Endergebnis („eine Sprache sprechen“).

Sie wissen vermutlich nicht,
dass ihnen auch das Ziel keine Freude bringen wird,
sollten sie es einmal erreicht haben!

Ich lerne Fremdsprachen zur Entspannung. Es macht mir Freude in eine neue Welt einzutauchen, Wörter aufzuschreiben, Zusammenhänge zu verstehen. Wohlgemerkt halte ich nicht viel vom Auswendiglernen von Grammatikregeln, doch die Grammatik ist wichtig um Zusammenhänge zu verstehen…

Zusammenhänge erkennen: Grammatik

Lange Zeit bin ich einem gewissen Schema gefolgt, von dem ich nicht wusste, dass es bereits einen Namen hat. Diese Art zu lernen nennt sich der Comprehension Approach. Es handelt sich dabei nicht um eine einzelne Methode, sondern um ein ganzes System von Lernmethoden.

Im Vordergrund steht dabei nicht die Kommunikation sondern das Verständnis. Nicht Wörter und Sätze formulieren, sondern Zusammenhänge erkennen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass mir dies am meisten gebracht hat. Die Wörter zu hören und zu verstehen, ist ein wesentlicher Bestandteil des Lernens.

Das gilt nicht nur für Fremdsprachen…

Die Grammatik wird dabei nicht gepaukt (Grammatikregeln auswendig lernen), sondern dient dem tiefen Verständnis einer Sprache. Auf natürliche Art und Weise kann ebenfalls Verständnis aufgebaut werden. Dies bezeichnet Chomsky als deep structure:

„Chomsky used the term deep structure to refer to the underlying structures of sentences. He used the term tacit knowledge to refer to the native speaker‘s implicit understanding of the rules that are used to generate the ‚deep structures‘ of sentences.“

Harris Winitz, The Comprehension Approach to Foreign Language Instruction

Merken, merken, merken: Vokabeln

Der wahrscheinlich bemerkenswerteste Polyglot aller Zeiten – und ich übertreibe nicht – hat eben nach genau dieser Methode gelernt. Als man Cardinal Mezzofanti danach gefragt hat, wie er sich denn all diese Wörter merken konnte, so antwortete er darauf:

“I cannot explain it,” said Mezzofanti. “Of course God has given me this peculiar power: but if you wish to know how I preserve these languages, I can only say, that, when once I hear the meaning of a word in any language, I never forget it.”

Michael Erard, Babel No More
Für mehr Informationen über die Lernmethoden der Polyglotte lesen Sie bitte hier weiter.

Er hat sich also vor allem darauf konzentriert, die Sprachen zuerst zu verstehen. Aus diesem Verständnis ist automatisch das Gedächtnis der Wörter entsprungen. Vermutlich wird es dennoch einige Leser geben, die diesem Menschen eine Gabe zutrauen würden, wenn er doch einfach nur die Sprache verstanden hat.

Anhang: Lingala Notizen

Nachdem ich einen kleinen Teil eines Buches über den Comprehenion Approach gelesen hatte, war ich dadurch sehr motiviert, eine neue Sprache zu verstehen. Deshalb habe ich mir eine zufällige Sprache (in diesem Fall: Lingala) aus meiner Bibliothek an Sprachbüchern ausgesucht und habe angefangen zu lernen. Ich bin nach folgender Methode vorgegangen:

  1. Einen Satz in der Fremdsprache lesen
  2. Die deutsche Übersetzung lesen
  3. Satz-Variationen durch neue/verschiedene Vokabel erstellen

Dadurch hat sich mir intuitiv der Zusammenhang/Verständnis erschlossen. Einzelne Wörter habe ich nicht auswendig gelernt, sondern nur im Zusammenhang mit anderen (in einem Satz) wiederholt. Sobald ich den Satz verstanden habe, habe ich ihn aufgeschrieben. Die folgenden Notizen sind diesem Vorhaben entsprungen:

Originale Notizen zur Lingala Sprache…

Resources used:

Fortsetzung…